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Sandro Nicolussi ist Musiker – geprägt von einem umtriebigen Schaffen als Medienkünstler, Kulturarbeiter, Labelbetreiber und Musikjournalist. Nicolussis Arbeitsweise ist autodidaktisch, transdisziplinär und fest im DIY-Umfeld lokaler sowie internationaler Noise-Szenen verankert. Seine Kompositionen entstehen prozesshaft, spielerisch und in kollaborativen Kontexten. Aufgrund starker Community-Orientierung strebt Nicolussi nach Peer-Produktion und Anti-Gatekeeping.

Plunderphonics, Field Recordings und Alltagsgeräusche bilden die Basis für seine stark manipulierten Sound Designs. Seine Klangästhetik steht im Stil einer experimentellen Musiktradition der Gegenwart und gewissermaßen als Statement für eine von der Musikindustrie unbeeinflusste Punk-Attitüde. Nicolussi experimentiert mit selbstgebauten Instrumenten und arbeitet medienarchäologisch. Er tüftelt an zweckentfremdeten Schaltungen, Tonbandgeräten und obsoleten elektronischen Apparaten. Ein Schwerpunkt seiner künstlerischen Praxis liegt in der Arbeit mit Found Sounds und einer Neubesetzung des Begriffs: Audio- und Videodatenträger aus Flohmarktfunden und ausrangierten Konvoluten bergen Grundmaterial für künstlerische Aneignung und Manipulation.

Sandro Nicolussi arbeitet solo, in Bands, spontanen Zusammenschlüssen sowie Kollektiven – teils hinter unterschiedlichen Pseudonymen. Derzeit betreibt Nicolussi gemeinsam mit Angélica Castelló, Stefan Voglsinger und Moritz Morast den Workshop-, Studio- und Konzertspace Koje in Hernals. Seit 2024 ist er Co-Betreiber des Tape Labels Epileptic Media.

Nicolussi veröffentlicht auf Labels wie Objects & Sounds, Abhorrent A.D., Höllenfrau Records, Beach Buddies, A.T.C. Records, Vienna Underground Traxx, komponiert für Film (SKRFF, 2024), Theater (ABSENCE, 2023; Stromberger oder Bilder von allem, 2024) und realisiert audiovisuelle Installationen.